Dezemberreise nach Helsinki oder wie 11 Mittelrheiner Baden nach finnischer Art lernen
9. Dezember 2011. Elf mutige Mittelrheiner brechen nach Helsinki auf, um den finnischen Winter zu erleben. Der wird mit Macht spürbar, als wir zusammen mit unseren Freunden aus Lohja, die uns am Gate erwarten, das Flughafengebäude verlassen: Eisige Minusgrade und Schneegriesel schlagen uns ins Gesicht, als wir unsere Willkommenstüten entgegen nehmen. Hierin wichtige Utensilien für den Aufenthalt, etwa die kälteerprobte Lippencreme…
Ab geht es dann ins Hotel. Hier gab es einen kleinen Begrüßungsumtrunk – finnischen Sekt. Von innen gewärmt, ging es nun gut eingepackt zum Mittagessen. Hier nun der erste richtige Vorgeschmack auf den finnischen Winter, ein Schneesturm bei eisigen -5 Grad Celsius, da wurde der Weg in das traditionelle Restaurant Savotta weit, zumal es mittlerweile schon dunkel war – finnischer Winter…. Im Savotta gibt es traditionelles finnisches Essen – u.a. Fleischeintopf mit Kartoffelpüree und Salat mit finnischen Beeren oder kleine gebratene Fische mit Köpfen, im Ganzen essbar, in herrlich traditionellem Ambiente – Skier zur Darreichung von Getränken inklusive. Nach einem kleinen Stadtbummel in Helsinki, den jeder individuell verbracht hat, ging es dann abends ins Restaurant Juuri. Auch hier gibt es finnisches Essen – der modernen Art. Während des ausgefallenen Drei-Gänge-Menüs wurde draußen Salmiaki gekostet, DAS Getränk der Reise.
Der Samstag startete mit dem gemeinsamem Frühstück im Hotel, dann hieß es „Lohja ruft“. Leider mit der anderen Seite des finnischem Winters – feinstem Regenwetter. Dennoch wurde der Besuch des Weihnachtsmarktes in Lohja sehr genossen. Dieser größte Weihnachtsmarkt in Finnland mit mehr als 200 Buden legt Wert auf Traditionen – neben Kunsthandwerk, selbst geflochtenen Weidengestecken, selbst gebackenen Kuchen und Lederwaren gibt es hier auch geräucherten Fisch – wunderbare Mitbringsel und Geschenke für den Gabentisch. Der versprochene Weihnachtsmann war leider ausgeflogen… Das Mittagessen beinhaltete erneut eine andere Art traditionellem finnischem Essen, wieder mit Mitgliedern der JCI Lohja, die wir bislang noch nicht kannten.
Danach ging es in finnischer Nacht zum geheimnisvollen „Baden nach finnischer Art“ in einer „Smoked Sauna“ – auch für einige unserer finnischen Freunde ein neues Erlebnis“. Bereits der Weg ließ uns zweifeln, ob wir jemals wieder zurück in die Zivilisation fänden. Nach der Umfahrung des halben Lohja-Sees bogen wir links auf eine kleinere Straße ab, die Zeichen der Zivilisation wurden geringer. Nach einigen Kilometern ging es rechts ab in einen Feldweg. An einem kleinen Stich nach oben Diskussionen unserer Fahrer, ob dies der rechte Weg sei, rechts eine Hütte mit hunderten von Werkzeugen, außen aufgehängt neben Jagdtrophäen. Dann ging es weiter in den Wald, kilometerlang, ab und an ein paar Reflektoren, die von den Bäumen hingen. Dann eine Weggabelung und mit Kerzen beleuchtet der Weg zur Sauna, einen steilen, vereisten Stich hinunter zum See, um den sich einige Blockhütten tummeln, von Windlichtern geheimnisvoll beleuchtet. Wir sind da. Der Saunawärter begrüßt uns und erklärt, wo Sauna und die Umkleiden in dem Gemeinschaftsraum und der See zum Abkühlen sind. Den Weg zum See hat er mit Gummimatten ausgelegt und den See vom Eis am Uferrand befreit… Los geht’s in die bereits seit Stunden vorgeheizte Smoked Sauna, also eine Sauna ohne Abzug. Erst die Jungs, Finnen voran, doch die Mittelrheiner sind nicht zaghaft. Nach der Sauna, einer nach dem anderen, Finne und Mittelrheiner, ab in den vereisten See – RESPEKT!! Anschließend geht es in den riesigen Zuber unter freiem Himmel, das Wasser gut geheizt mittels Feuer durch den Saunawart. Das ist Finnland, unter freiem – leider bewölktem – Himmel mitten im Nirgendwo an einem vereisten See bei 0 Grad Celsius mit Freunden in einem heißen Badezuber sitzen, es gibt nichts Entspannteres!! Leider ging es dann doch irgendwann zurück – wie überrascht waren wir, dass das Saunen und Baden noch nicht einmal vier Stunden gedauert hatte! Das Abendessen wurde an einer langen Tafel im Landgut Koivula eingenommen. In dem historischen Gut finden viele Treffen unserer Freunde statt.
Sonntags ging es dann nach dem obligatorischen Gruppenfoto zur Erkundigung der finnischen Hauptstadt – wir haben das wunderschöne Helsinki mittels Rundfahrt der Straßenbahnlinie 3 kennengelernt, die an den vielen Sehenswürdigkeiten entlang führt. Wie traurig waren wir, als wir nach dem abschließendem Mittagessen im italienischen Restaurant Virgin Oil Abschied nehmen mussten von unseren finnischen Freunden. Doch nicht für lange, denn spätestens im Juni sehen wir uns in Braunschweig wieder!
Michaele Jakobs
